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Platz 61

Micky Maus
von Romano Scarpa

 
Autor: Romano Scarpa
Zeichner: Romano Scarpa
Land: Italien


Deutschland ist kein Micky Maus-Land. Es ist ein Donald Duck-Land. Die Geschmacksbildung in Sachen Comics hat hier weitgehend ein Herr Barks geleistet. Unter den Folgen leiden die Disney-Comics heute, denn die Ignoranz gegenüber anderen Disney-Zeichnern ist groß. Die Fanszene verehrt"Die Besten Geschichten mit Donald Duck" und "Die Tollsten Geschichten mit Donald Duck", huldigt der "Barks Library", ignoriert die "Micky Maus" seit dem Ende der Barks-Ära und hält die "Lustigen Taschenbücher" für beliebige Strand- oder Badewannenlektüre. Welch ein fataler Irrtum! Die "Lustigen Taschenbücher" sind hauptsächlich mit Stories aus dem italienischen "Topolino" bestückt. Die italienischen Autoren und Zeichner sind schon seit den siebziger Jahren für die schlechtesten Disneystories verantwortlich, allerdings auch, und damit sind wir endlich beim Thema, für die besten. Carpi, Cavanazzo und Scarpa sind die unbesungenen Helden der Disneycomics. Romano Scarpa, der von 1953 an für Disney arbeitende Venezianer, ist sicherlich der beste MM-Zeichner seit Gottfredson. Er bevorzugt MM, zeichnet aber nicht weniger DD. Sein Stil ist am erklärten Vorbild geschult und damit anfangs mehr retro als der anderer Zeichner. Scarpas Charaktere zeichnet eine nie dagewesene Lebendigkeit aus, eine Beweglichkeit, die es mit sich bringt, daß die Gesichtszüge der Figuren häufig entgleisen. Bei Scarpa wird viel grimassiert und noch mehr geschwitzt. Die Anspannung der Figuren ist immens. Mediziner fordern schon lange den Drogentest für Scarpas Disney-Familie. Seine Plots sind entsprechend wild und originell und in seiner großen Zeit teilt er Gottfredsons und Barks´ Faible für exotische Sujets. Leute, ignoriert Scarpa nicht, lest die "Lustigen Taschenbücher" (Ingo Stratmann)

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