Critics' List
   by rank
   by title
   by author
   by artist
   by country
 
 all texts (in German)
   (1,3 MB)
 
 Readers' list
 
 Forum
   

 Search:

Platz 22

Spider-Man
von Steve Ditko & Stan Lee

 
Autor: Stan Lee
Zeichner: Steve Ditko
Land: USA


Als Spider-Man 1962 in »Amazing Fantasy« 15 an seinen Spinnenweben ins Rampenlicht der Öffentlichkeit schwang, kam dies einer kleinen Revolution gleich. Wohl niemand hätte damals den phänomenalen Erfolg dieser Figur voraussehen können, der heute, nach über drei Jahrzehnten, nicht weniger als vier eigene Reihen gewidmet sind.
»Du kannst ihn nicht Spider-Man nennen, weil die Leute Spinnen hassen.« - »Ein Teenager kann doch kein Superheld sein.« - »Du kannst ihm nicht so viele Probleme andichten - er wird nicht mehr heroisch genug erscheinen« - »Ein Held muß groß und stark sein«
Stan Lee und Steve Ditko ließen sich von diesen Einwänden nicht beirren und schufen einen der originellsten Superhelden, dessen erstes Heft zum größten Erfolg des Verlages avancierte. Im Gegensatz zu seinen adretten, immer korrekt gekleideten und gut gelaunten Superhelden-Kollegen war Spider-Man ein Mensch mit Ecken und Kanten der mit seinen eigenen Unzulänglichkeiten genauso zu kämpfen hatte, wie mit seinen Feinden; der nicht nur regelmäßig sein Kostüm, sondern auch sein Liebesleben zu flicken hatte; der zwar jede Menge Sorgen hatte, aber immer auch einen flotten Spruch auf den Lippen führte, mag die Situation auch noch sie aussichtslos sein.
Die Ursprungsgeschichte verläuft noch nach Schema F: Der Highschool-Schüler Peter Parker wird von einer radioaktiven Spinne gebissen und erhält dadurch deren proportionale Kraft und Wendigkeit. Mit seinen hervorragenden Chemiekenntnissen entwickelt er synthetische Spinnweben, die er aus kleinen Düsen an den Handgelenken hervorschießen und daran durch Manhattans Häuserschluchten schwingen kann. Der Mord an seinem Onkel Ben, den er hätte verhindern können, führt ihn zu der Erkenntnis, daß »mit großer Macht auch große Verantwortung einhergeht«, und so widmet er sein weiteres Leben der Verbrechensbekämpfung. Im Gegensatz zu andern Superhelden wird er jedoch nicht bewundert, sondern von der Polizei gejagt und von seinen Mitbürgern gefürchtet.
Wie keine zweite Figur verkörpert Spider-Man den Marvel-Kosmos, und auch wenn seine Anfangsjahre gegen die heutige Inflation von grafischer Gewalt und inhaltlicher Leere recht antiquiert wirken, sind sie doch immer noch herrlich unterhaltsam. (Cord Wiljes)

Lesetipps: