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Platz 37

Frank
von Jim Woodring

 
Autor: Jim Woodring
Zeichner: Jim Woodring
Land: USA


Als Michel Foucault Mitte der sechziger Jahre seine legendäre Archäologie der Humanwissenschaften "Die Ordnung der Dinge" veröffentlichte, konnte er noch nicht wissen, dass folgender aus diesem Werk stammende Satz sich einmal vollkommen richtig auf Jim Woodrings ab 1992 erscheinenden Strip Frank beziehen würde: „Sprache und Malerei verhalten sich zueinander irreduzibel: vergeblich spricht man das aus, was man sieht: das, was man sieht, liegt nie in dem, was man sagt; und vergeblich zeigt man durch Bilder, Metaphern, Vergleiche das, was man zu sagen im Begriff ist.“ Woodrings Frank ist ein Wunderwerk an Ungreifbarkeit, ohne unzugänglich zu sein. Was die biberzahnige, keiner bestimmten Spezies ausser derjenigen der antropomorphen Cartoon-Tiere zugehörige Hauptfigur an einem Ort, wo Dekoration und Natur in welligen Linien und organischen Formen zu einer Art Landschaft zusammenlaufen, so treibt, ist schwer zu sagen. Für die (fast gänzlich stummen) Handlungen, Wesen und Dinge fallen einem keine Namen ein.Der Tiefgang ist bodenlos, liegt aber nicht „unter“, „hinter“ oder „zwischen“ Woodrings wunderschönen, wie aus dem Nichts kommenden, weder abstrakten noch figurativen, naiven noch durchtriebenen Zeichnungen, sondern völlig klar, doch unerklärbar vor einem. Sicher ist nur: stellenweise ist Frank - bei aller Niedlichkeit - so gruselig, dass einem die Nase abfällt. (Sven-Eric Wehmeyer)

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