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Platz 19

Peanuts
von Charles M. Schulz

 
Autor: Charles M. Schulz
Zeichner: Charles M. Schulz
Land: USA


Die Peanuts-Sonntagsseite vom 11. Oktober 1964: Charlie Browns Schwester Sally ist ganz unbekümmert mit Seilhüpfen beschäftigt, als sie plötzlich innehält und zu weinen anfängt. Besorgt kommt Linus herbeigelaufen und fragt: "Was ist denn los, Sally? Ist was passiert? Warum weinst du so?" Und Sally antwortet ihm: "Ich weiß auch nicht... ich bin seilgesprungen und fühlte mich prima... als mit einmal... alles so vergeblich schien."
Hmm, ist das jetzt ein brauchbarer (oder mehr als brauchbarer) Versuch, diesem allseits bekannten Gefühl, wenn einem ohne ersichtlichen Grund der Boden unter den Füßen weggezogen wird, eine ästhetische Form zu verpassen, oder handelt es sich einfach nur um banalen Kitsch, der einen Komplex wie Abgründigkeit dazu benutzt, um Credibility vorzutäuschen und ansonsten über dümmliche Niedlichkeiten und moralinsaure Scheiße funktioniert? Ja, richtig vermutet, ich gehe davon aus, dass ersteres der Fall ist. Denn anstatt eine Auflösung des hier dargestellten Problems zu präsentieren - es also zu entschärfen (Marke: "ist doch nicht so schlimm") - wird selbiges zunächst in seiner ganzen Phänomenalität ausgewalzt und dann erst auf dem letzten Panel dem Leser/Linus staubtrocken und ohne einen Funken Hoffnung an die verdatterte Weichei-Birne geworfen. Die Pointe ist, dass die Pointe gar keine Pointe ist und trotzdem wie eine wirkt. Genial! Diese Sonntagsseite von 1964 steht hier stellvertretend für all die Peanuts-Strips, die Charles M. Schulz (1922-2000) 50 Jahre lang (1950-2000) mit mehr oder minder gleichbleibender Qualität (Konsens ist - und dem schließe ich mich an - dass seine Arbeiten aus den Sechzigern und frühen Siebzigern den Höhepunkt darstellen) und ohne einen einzigen Tag Unterbrechung gezeichnet hat. (Marc Sagemüller)

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